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BASIC Engineering School

Mit Beginn bereits in der Studieneingangsphase sollen durch die enge Verzahnung ingenieurwissenschaftlicher Grundlagen mit einem Praxisprojekt (autonomer Miniaturtransporter) die Kompetenzen der Studierenden gefördert und ihre Motivation gestärkt werden.
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Universität
2. Studieneingangsphase
Vor-/Brückenkurse und Studieneinstieg
Umfassende und aufeinander abgestimmte Neukonzeption der Studieneingangsphase für eine Gruppe ausgewählter Studienanfängerinnen und Studienanfänger im Lehrmodell "BASIC Engineering School"
Fachbereichsleitung, Kollegium des Studiengangs
Ziel des Projekts ist die Aufstellung eines neuen Lehrmodells, das Grundlagenwissen für Ingenieurinnen und Ingenieure fachübergreifend und praxisorientiert vermittelt. Durch die enge Verzahnung ingenieurwissenschaftlicher Grundlagen mit einem Praxisprojekt sollen die Kompetenzen der Studierenden besonders gefördert und ihre Motivation gestärkt werden.
Studierende in der Studieneingangsphase
Das Konzept fußt auf vier Leitmodulen: Lehre, Kompetenz, Weiterbildung und Vermarktung. Die ersten beiden richten sich an die Studierenden, die beiden weiteren an die Lehrenden und die Hochschulöffentlichkeit.

Im Modul Lehre werden die hochschulspezifischen Lehrangebote so kombiniert, dass sie einer integrativen Ingenieursausbildung dienen. Dies bedeutet vor allem eine Neuverteilung der Anteile von Lernen, Üben und Anwenden in der Studieneingangsphase. Der Einstieg in die Grundlagenfächer wird über die Integration des Grundpraktikums passgenauer gestaltet und erhält mit dem objektorientierten und interdisziplinären Projekt mehr Praxisnähe.

Neben der fachlichen Ausbildung soll den Studierenden im Modul Kompetenz ein deutlicheres Bild ihrer spezifischen Stärken vermittelt werden, um ihnen so den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern. Als Angebot an die Lehrenden bietet das Modul Weiterbildung Angebote für die eigene Fortbildung in der Lehre. Das Leitmodul Vermarktung steuert den Bewerbungs- und Auswahlprozess der Studierenden und trägt die durch das Projekt gewonnenen Erkenntnisse in die Hochschulöffentlichkeit.
Für die Interessenten an den BASIC-Modellgruppen gibt es einen speziell durch die TU Ilmenau angebotenen Informationstag: STARTing. Hier werden die zukünftigen Studierenden über ein Studium an der TU sowie die Möglichkeiten des Projekts informiert.

Für die an den BASIC-Modellgruppen teilnehmenden Studierenden beginnt das Studium an der TU Ilmenau einen Monat früher als üblich.

In der BASIC Engineering School ist das Grundpraktikum zum Erlernen basaler Fertigkeiten für das Ingenieurstudium bereits integriert. Ebenfalls können in diesen ersten Wochen Auffrischungskurse in den Grundlagenfächern, die auf die Vorlesungen vorbereiten, besucht werden.

Mit Vorlesungsbeginn besuchen die Studierenden neben ihren Ausbildungsfächern auch Veranstaltungen, die der praktischen und der Projektarbeit dienen. Im Rahmen der begonnenen Curricula-Überarbeitung wird eine bessere Verknüpfung von Theorie- und Praxiselementen in den Grundlagenfächern erreicht.

Neben Labor- und weiteren Übungen steht die Entwicklung eines autonomen Miniaturtransporters (AMT) im Mittelpunkt. Dabei fließt im Grundstudium erworbenes Wissen von Mathematik und Physik über Konstruktionslehre und Mechanik bis zur Elektrotechnik und Informatik ein. Zusätzlich werden die Studierenden in fakultätseigenen Werkstätten und externen Ausbildungsstätten dafür ausgebildet, das Produkt letztlich auch bauen zu können. Auf diese Weise wird der Zusammenhang zwischen den verschiedenen Fächern und von Theorie und Praxis deutlich. Die Projektarbeit wird im Team durchgeführt und durch spezielle Lehrangebote unterstützt.

Begleitende, auf die Ingenieurwissenschaften abgestimmte Kompetenztests geben in regelmäßigem Abstand Auskunft über die berufsbezogene Kompetenzentwicklung in den Bereichen Selbstorganisation, Methodenwissen und Problemlösungsvermögen der Studierenden. Dabei werden Kompetenzen wie beispielsweise das Organisationsvermögen, systematisch-analytisches Handeln und systemorientiertes Denken und Handeln gemessen.

Die Ergebnisse ermöglichen neben einer individuelleren Betreuung und Beratung der Studierenden hinsichtlich ihres Studien- und Berufsweges auch die Ableitung bedarfsgerechter Lehr- und Lernformen und von Weiterbildungsangeboten sowohl für Studierende als auch Lehrende.

Nach Abschluss der BASIC-Studieneingangsphase studieren die BASIC- Studierenden weiter in den regulären Studiengruppen ihres Zielstudienganges.
Das Projekt "Basic Engineering School – Neue Lehr- und Lernformen in der Ingenieurausbildung, insbesondere in der Studieneingangsphase" wird aus dem "Programm für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre" durch das BMBF bis 2016 gefördert. Die Weiterentwicklung des BASIC-Konzeptes ist Bestandteil strategischer Ziele der TU Ilmenau.
Die enge Abstimmung der Grundlagenfächer ist an der TU Ilmenau besonders ausgeprägt. Das gilt nicht nur für das beschriebene Projekt, sondern auch für das gemeinsame ingenieurwissenschaftliche Grundstudium, in dem mehrere Fächer gezielt zusammenarbeiten. Diese Zusammenarbeit konnte für das Projekt ausgebaut und mit dem AMT in einer praktischen Übung für die Studierenden fassbar gemacht werden.
Das Projekt wird seit dem Wintersemester 2011/12 erprobt.
Jährlich starten zwei Modellgruppen mit insgesamt 60 Studierenden der Ingenieurwissenschaften ins Wintersemester. Aktuell sind Studierende der Studiengänge Maschinenbau, Mechatronik, Fahrzeugtechnik, Bio- medizinische Technik, Elektrotechnik und Informationstechnik einbezogen. Die ersten zwei Jahrgänge haben die "Basic Engineering School" absolviert und sind in ihr reguläres Studium eingemündet. Die TU Ilmenau erwartet von der Umsetzung des Konzeptes vor allem eine bessere Verankerung des Ingenieurgrundwissens bei den Studierenden, eine Verbesserung der Studienmotivation und die Reduzierung der Studienabbrecherquote.

Die Zwischenbilanz der "Basic Engineering School" wird an der Fakultät/ Universität als ausnehmend positiv wahrgenommen. Die Studierenden gelten als besonders motiviert und engagieren sich gerade in der Projektarbeit. Der hohe Praxisanteil sowie die starke Verknüpfung von Theorie und Praxis werden von den Studierenden vorteilhaft bewertet. Auch die Möglichkeit, zum Studieneingang ein einheitliches Leistungsniveau herzustellen, sowohl in den Grundlagenfächern als auch in praktischen Fertigkeiten, wird positiv bewertet. Tendenziell haben sich die Prüfungsleistungen der Studierenden in den Modellgruppen verbessert. Studienabbruch-Absichten wurden durch die begleitende Beratung teilweise abgefangen und Wege in andere Bildungsbahnen aufgezeigt. Die Abbrecherquote ist gegenüber dem regulären Studieneingang deutlich reduziert. Basierend auf den positiven Projekterfahrungen besteht das langfristige Ziel der TU Ilmenau in der Umsetzung der Basic Engineering School für alle Studienanfänger der ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge.
März 2018

Hochschule/Organisation

Technische Universität Ilmenau
fakultätsübergreifend für alle Ingenieurwissenschaften

Max-Planck-Ring 14
98693 Ilmenau

Ansprechpartner/in

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Projektleitung

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Projektmanagement

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