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startIng!

Das einwöchige Erstsemesterprojekt startIng! ist eine Simulation des Ingenieurberufs und findet als Projektwoche bereits sechs Wochen nach Studienbeginn statt. startIng! wird als interdisziplinäres Projekt in Zusammenarbeit beider technischer Fachbereiche der Fachhochschule Kiel (Maschinenwesen sowie Informatik und Elektrotechnik) durchgeführt. Erstsemesterstudierende werden vor die Herausforderung gestellt, in einer Wettbewerbssituation eine ingenieurstechnische Problemstellung zu bearbeiten.
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Fachhochschule/Hochschule für Angewandte Wissenschaft
2. Studieneingangsphase
Projektorientierte und anwendungsbezogene Lehr-/Lern-Formen
Realistische Aufgabenstellung aus der Industrie mit einem Interdisziplinaritätsgrad, der neun Studiengänge bedient
Potentiell jede/r Professor/in als Initiator*in. Die Umsetzung braucht das Commitment und Ressourcen des Fachbereichs, ggf. der Hochschulleitung
Studienanfänger/innen werden im Fachbereich Maschinenwesen und im Fachbereich Informatik und Elektrotechnik hauptsächlich mit fachbezogener Theorie konfrontiert, aus der nicht immer selbstverständlich ein Praxisbezug abgeleitet werden kann. Durch die Simulation des Ingenieurberufs wird den Studierenden ein Bezug zwischen theoretischen Studieninhalten und deren praktische Anwendungsbereiche vermittelt.

startIng! zielt darauf ab, frühzeitig eine fachintegrierte Förderung von sozialen Kompetenzen, wie z.B. Teamfähigkeit, Offenheit, Lernfähigkeit, aber auch Selbstständigkeit zu vermitteln. Insbesondere in Hinblick auf die Arbeit 4.0 sowie die Internationalisierung, um sie entsprechend der Anforderungen des Arbeitsmarktes zu qualifizieren.
Studienanfänger/innen
Die derzeit 252 freiwillig teilnehmenden Erstsemesterstudierenden werden nach einem Belbin-Teamtest derart in 12er Teams eingeteilt, dass die Persönlichkeitsmerkmale, wie z.B. Ideengeber, Manager und Bedenkenträger, etwa gleichermaßen verteilt sind. Ferner spielen Merkmale wie Geschlecht, Studiengang (Bildung von Lerngruppen) und Vorbildung eine Rolle. Die bis dahin geheime Aufgabenstellung wird zum KickOff durch die Projektpatin aus der Industrie vorgestellt.

Die Teilnehmenden bekommen bei mind. 85% Anwesenheit 5LP unbenotet verbucht.
Während des Arbeitsprozesses werden die Teams im halbtätigen Wechsel von so genannten Fach- bzw. Teamcoaches betreut. Diese Coaches setzen sich aus studentischen Hilfskräften höherer Mastersemester der Fachbereiche Soziale Arbeit und Gesundheit, Maschinenwesen sowie Informatik und Elektrotechnik zusammen. Die Aufgabe der Fachcoaches besteht vor allem darin, die Arbeitsgruppen bei der Entwicklung eines eigenen fachlichen Lösungsansatzes nach dem Prinzip der minimalen Hilfe zu unterstützen. Die Teamcoaches komplettieren die Betreuung indem sie Hilfestellung bei der Teambildung, beim strukturierten und methodischen Arbeiten, sowie in Konfliktsituationen leisten. Feedbackrunden unterstützen die startIng! Teilnehmenden bei der Entwicklung eines fachbezogenen Fähigkeitsselbstkonzeptes.

Die Teams arbeiten weitestgehend selbstständig. Für spezifische Fragestellungen, die nicht ohne Weiteres selbst recherchiert werden können, steht ihnen jedoch ein ExperTeam durchgängig zur Verfügung. Darüber hinaus findet einmalig eine Professoren/innen-Runde statt, die durch Vertreter/innen der Projektpatin (Profis) komplettiert wird und in der sich die Arbeitsgruppen einerseits Feedback über ihre Ideenansätze, sowie exklusiven Expertenrat einholen können.

Nach Ablauf der Projektwoche gibt es einen eigenen Abschlusstag, an welchem jedes Team sein Ergebnis nach Probevorträgen zunächst einer Jury in Halbfinals vorstellt. Bewertet (gewichtet) werden die vier Kategorien 1. fachliche Leistung (40%), 2. realistische innovative Anteile (10%), Präsentation (25%) und Teamleistung über die Woche (25%). Die besten sechs Teams dürfen als Finalisten im Rahmen der Abschlussveranstaltung vor ca. 300 Anwesenden (Teilnehmende sowie Vertreter*innen aus Politik und Wirtschaft) nochmals vor den anderen Jurys präsentieren, welche dann den Gesamtsieger küren. Die Abschlussveranstaltung durch eine Minimesse umrahmt, zu welcher alle auch ehemaligen Projektpatinnen eingeladen sind, den Erstsemestern erste Messeerfahrungen "in einem geschützten Raum" zu ermöglichen.
Je ein Arbeitsraum pro Team und zwei zusätzliche für das Experteam mit Arbeitsmaterial (eine Woche) sowie ein Raum für die Profis (ein Vormittag), AudiMax mit Foyer für die Abschlussveranstaltung samt Minimesse (ein Tag)
startIng! ist die erste Adaption des Konzeptes emb (Einführung in den Maschinenbau) der TU Darmstadt auf Fachhochschulen ohne akademischen Mittelbau zur Betreuung – siehe Tool coachIng! Während in emb und dem übergeordneten Projekt KIVA Aufgaben tendenziell theoretisch sind, wird bei startIng! größer Wert auf den Praxisbezug gelegt, was durch den direkten Kontakt mit Firmenvertretenden bei Betreuung und Minimesse noch akzentuiert wird.

Neben der TU Darmstadt (emb seit 1998) und der FH Kiel (startIng! seit 2006) führen nur noch die FH Aachen (pro8 seit 2008) und die TU Dresden (BeING Inside seit 2016) dieses komplexe Projekt durch. Diese vier ausführenden haben zum Verbund team:praxis – Transfernetzwerk Studienprojekte zusammengeschlossen, stehen in ständigem Erfahrungsaustausch und unterstützen interessierte Hochschulen gern bei der Einrichtung des Projektes.

Positive Effekte:

  • Verstärkung der "Entwicklung von Fachidentität und Selbstwirksamkeit, das heißt Zutrauen in die eigenen fachbezogenen Fähigkeiten." (Derboven; Winker 2010, S. 49)


  • Ausrichten der Projektlehre an zwei zentralen Elementen: Handlungsorientierung und Praxisbezug (vgl. Rummler 2012, S. 22ff)


  • Verständliche und überzeugende Realitätsnähe der Aufgabenstellung: "Denn nicht verstandene Praxisbezüge vermitteln noch stärker das Gefühl, man sei nicht geeignet für das Studium, als nicht verstandene Formeln." (Derboven; Winker 2010, S. 72)


  • Orientierung insbes. durch das Gespräch mit Professores in der Expertenbefragung (akademische Integration)
  • Seit 2006
    Fortlaufende Evaluationsberichte finden Sie unter: https://www.fh-kiel.de/index.php?id=12498
    Februar 2019

    Hochschule/Organisation

    Fachhochschule Kiel
    Fachbereiche
    Maschinenwesen (M)
    Informatik und Elektrotechnik (IuE)

    Grenzstr. 3
    24149 Kiel

    Ansprechpartner/in

    Prof. Dr.-Ing. Harald Jacobsen
    FB IuE
    Projektleitung

    Prof. Dr.-Ing. Jan Henrik Weychardt
    FB MB
    Initiator
    wissenschaftliche Leitung

    Sven Lütt M.A.
    Pädagogisch-didaktische Administration

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     harald.jacobsen@fh-kiel.de