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Curricula & BO Smart Factory

Die Hochschule Bochum gestaltet ihr Lehrkonzept zweigliedrig. Es wurden die Curricula aller betroffenen Studiengänge (Maschinenbau, Mechatronik, Informatik, Elektrotechnik) im Zuge der Reakkreditierung überarbeitet und mit deutlich mehr Projekt- und Wahlpflichtmodulen versehen. Zudem soll mit der BO Smart Factory eine Lern- und Forschungsplattform aufgebaut werden, die die Anforderungen der neuen Modulstrukturen einlöst, indem sie praktische Erfahrungen im Bereich von Industrie 4.0 ermöglicht.
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Fachhochschule/Hochschule für Angewandte Wissenschaft
Gesamtes Studium
Projektorientierte und anwendungsbezogene Lehr-/Lern-Formen
Curricula
Lehrende und Studierende
Ziel ist es, die Studierenden zu befähigen, den aktuellen Herausforderungen der Industrieunternehmen direkt im Anschluss an ihr Studium adäquat begegnen zu können.
Gerade beim Thema "Industrie 4.0" wachsen die Teilbereiche Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik und Mechatronik immer enger zusammen, so dass eine interdisziplinäre Ausbildung und Zusammenarbeit unabdingbar sind.
Bachelor- und Masterstudierende aus den Studiengängen Maschinenbau, Mechatronik, Informatik, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen und Nachhaltige Entwicklung
Alle angebotenen klassischen Studiengänge (Maschinenbau, Mechatronik, Informatik, Elektrotechnik) haben mit ihrer Reakkreditierung (ab WS 2019/2020) deutlich mehr Wahlmodule in ihren Vertiefungsrichtungen bzw. Studienschwerpunkten, teilweise bereits ab dem vierten Fachsemester (Bachelorstudiengänge) bzw. vom ersten Fachsemester an (Masterstudiengänge).

Durch die Einführung zahlreicher Wahlmodule in allen Studienschwerpunkten des Maschinenbaus ("Digitale Produktion", "Konstruktion und Entwicklung", "Produktion und Logistik", "Energie- und Umwelttechnik") können relativ hohe Anteile der Studiengänge (neben den stets gleichbleibenden Grundlagenfächern) durch das Hinzufügen weiterer Wahlmodule an aktuelle Entwicklungen im Umfeld "Industrie 4.0" angepasst werden, ohne die jeweilige Prüfungsordnung ändern zu müssen. Analog gilt dies für die Studiengänge der Mechatronik mit ihren Schwerpunkten "Smart Production" sowie "Electromobility". Die Wahlmodule können je nach fachlicher Eignung und Neigung von Studierenden unterschiedlicher Studienschwerpunkte oder sogar unterschiedlicher Studiengänge gemeinsam belegt werden.

In allen neuen Curricula sind höhere Projektanteile im Studienverlauf vorgesehen, welche besonders zum selbständigen Lernen und Forschen anregen sollen, in einigen Modulen hält die Problem Based Learning-Lehrmethode Einzug. Als dauerhafte Projekte werden der "Bau von solarbetriebenen Fahrzeugen", "Cargo-Pedelec" sowie ein „übernationales“ Softwareprojekt (IMEP, Deutschland, Niederlande, Belgien) angeboten. Möchte ein Dozent eine alternative Lehrmethode wie "Inverted Classroom" oder neue E-Learning Anteile einführen, so wird er bei der Digitalisierung zentral sowohl personell als auch finanziell unterstützt.

Wesentlicher Bestandteil dieses Konzepts ist auch der Aufbau eines intelligenten Fertigungsprozesses in Form einer smarten Fabrik (BO Smart Factory). Dort sollen Lehrveranstaltungen, Praktika und (Forschungs)-Projekte sowohl von Studierenden der bereits oben erwähnten "klassischen" Studiengänge als auch von Studierenden der Nachhaltigen Entwicklung oder des Wirtschaftsingenieurwesens durchgeführt werden, so dass immanent inter- und transdisziplinär gelehrt und gelernt wird.
Nach einem ausführlichen Peer Review (VDMA, HIS-HE) wurden im Rahmen der Reakkreditierung aller Studiengänge der beiden genannten Fachbereiche die Curricula vollständig überarbeitet sowie die Lehrinhalte neu aufeinander abgestimmt.

Bereits zum Wintersemester 2019/2020 werden die ersten Hochschulsemester nach den neuen Curricula unterrichtet. Derzeit wird die Institutsordnung für die "BO Smart Factory" ausgearbeitet.

Das Präsidium hat allein für die Sachmittel bis zum Ende des Jahres 2020 insgesamt 250.000 Euro bewilligt, weitere Maschinenbedarfe und Ausrüstungsgegenstände können von beiden Fachbereichen im Rahmen von Qualitätsverbesserungsmitteln angeschafft werden.
Mit finanzieller Unterstützung der Hochschulleitung bauen die beiden Fachbereiche zur Zeit gemeinsam die moderne Lernfabrik "BO Smart Factory" auf, in welcher alle Themen der Industrie 4.0 berücksichtigt werden sollen.

Das neugegründete Institut wird gemeinsam von zwei Professoren/innen geleitet, unterstützt von einem wissenschaftlichen Mitarbeiter.

Es gibt die Möglichkeit, Weiterbildungslehrgänge "Industrie 4.0" in Zusammenarbeit mit der umliegenden Industrie anbieten zu können und Promotionen auf diesem Gebiet voranzutreiben. Aspekte der Cybersecurity können ebenfalls Anschluss finden, indem Informatikstudierende des 40 km entfernt liegenden Campus Velbert/Heiligenhaus unter fachlicher Anleitung auf das Netz der Bo Smart Factory zugreifen.
Die Lehrenden mehrerer beteiligter Studiengänge haben zunächst untereinander Transparenz über die Lehrinhalte aller Module hergestellt, um dann nach einer Verständigung auf gewünschte neue Absolventenprofile neue Curricula miteinander abzustimmen. Beeindruckend war die Bereitschaft, das Engagement und insbesondere die Einigkeit einer so großen Zahl von Lehrenden, detaillierte Absprachen zu Inhalten und Lernzielen bzw. fachlichen und überfachlichen Kompetenzprofilen für die Absolventen zu treffen.

Die gemeinsam für die Lehre – und darüber hinaus auch in der Forschung - in den verschiedenen Studiengängen genutzte „BO Smart Factory“ ermöglicht in allen Studienangeboten neue Ausprägungen der Lehre, die in hohem Maße Praxis- und Anwendungsbezug, aber auch Interdisziplinarität und das Lehren und Lernen in Gruppen unterstützt.

Insbesondere die angedachten Weiterbildungs-möglichkeiten für Beschäftigte von Unternehmen der Region und darüber hinaus versprechen mit wechselseitigem Nutzen eine Intensivierung der Kommunikation und Kooperation zwischen den Studiengängen und der Wirtschaft.

Im Rahmen der VDMA-Hochschulpreisverleihung „Bestes Maschinenhaus 2019“ erhielt das Konzept als eines von vier Konzepten eine Auszeichnung durch die Jury.
Ab Wintersemester 2019
Es ist zu erwarten, dass die geplante Lernfabrik auch in der Berufungspolitik der beiden benachbarten Fachbereiche eine wichtige Rolle spielen wird, so dass sie ein Anreiz für zukünftige Kollegen darstellen sollte, eine Professorenstelle an der Hochschule Bochum anzunehmen. Von daher wird die "BO Smart Factory" eine strukturelle und organisatorische Wirkung unabhängig von einer bestimmten Person entfalten.
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Januar 2020

Hochschule/Organisation

Hochschule Bochum
Fachbereich Mechatronik und Maschinenbau und Fachbereich Informatik und Elektrotechnik

Lennershofstr. 140
44801 Bochum

Ansprechpartner/in

Prof. Dr. Joachim Fulst

 0234 32 10400

 joachim.fulst@hs-bochum.de