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Industrie 4.0 – Vernetzte Vielfalt

Selbständige Problemlösungskompetenz soll in anspruchsvollen anwendungsnahen Industrieprojekten über interdisziplinäre Teamarbeit entwickelt werden. Dafür haben ausgewählte Prüfungs- und Lehrformen einen ebenso hohen Stellenwert wie agile Projektmanagementmethoden.

Moderne Technologien, wie z.B. Additive Fertigung, Sensortechnik usw. kommen zum Einsatz.

Die Entwicklungsaufgabe wurde semesterübergreifend mit Studierenden der Fakultäten Maschinenbau, Informatik und Betriebswirtschaaft umgesetzt.
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Fachhochschule/Hochschule für Angewandte Wissenschaft
Gesamtes Studium
Projektorientierte und anwendungsbezogene Lehr-/Lern-Formen
Curriculum/Didaktik
Jede Professorin und jeder Professor eines Studiengangs kann diese Maßnahme initiieren.
Das Ziel ist ein interdisziplinäres, agiles Arbeiten von Studierenden in Projektform, um die Kernbereiche von Industrie 4.0 greifbar zu machen.
Studierende unterschiedlicher Fachbereiche
Die Studierenden arbeiten fachübergreifend an Projekten, die stets gesellschaftlich relevante Fragestellungen wie Nachhaltigkeit und moderne Technologie wie beispielsweise Additive Fertigung integrieren. Dadurch sind die Studierenden intrinsisch motiviert und arbeiten mit Freude und Spaß an der Aufgabe. Als Leitgedanken des Konzepts gelten eine Start-Up-Mentalität, Interdisziplinarität und agiles Projektmanagement. Dabei soll das Projektziel analog zum realen Unternehmensumfeld schnell, mit verfügbaren Mitteln und hoher Kundenzufriedenheit erreicht werden.
Die Umsetzung des Konzepts erfolgt in interdisziplinären, häufig auch fakultätsübergreifenden Teams von Studierenden und Professor/innen. Dabei werden die Projektaufgaben in unterschiedliche Lehrkonzepte, Projektarbeiten und Abschlussarbeiten integriert. Die Gesamtaufgabenstellung ist allen Teams bekannt und jedes Team entwickelt einen physischen Teil der Gesamtlösung ("Minimum Viable Product"). Das Projekt entwickelt sich dabei analog zu den Themen von Industrie 4.0 im Unternehmen weiter und die Bausteine werden von Studierendengeneration zu Studierendengeneration weitergegeben.

Am Beispiel des Projekts "Entwicklung und Konstruktion eines nachhaltigen Frischkäseautomaten" arbeiten die Teams gemeinsam an einer Lösung zur umfangreichen Vermeidung von Verpackungsmüll - einem Prototypen für einen Verkaufsautomaten.

Neben den technischen und funktionalen Anforderungen soll dieser Prototyp mit kundenspezifischen Merkmalen in Losgröße 1 gefertigt werden können. Dazu werden moderne Fertigungsverfahren, speziell Selektives Lasersintern von Kunststoffen, in die Lehrinhalte integriert.

Das Gesamtprojekt setzt sich bislang aus den Teams von Konstruktion, Kühlsystem, Verpackungssystem, Hygienic Design und IT-Vernetzung zusammen. Inzwischen sind auch die Teams Finanzen und Marktimplementierung hinzugekommen.
Als Prüfungsformen werden durchwegs projektbezogene Prüfungen wie Projektarbeiten, Prüfungsstudienarbeiten, Abschlussarbeiten gewählt. Die Studierenden arbeiten entweder in kleinen Teams und/oder sind im Rahmen von Abschlussarbeiten in das Gesamtteam integriert. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, da das Konzept darauf basiert, dass die Studierenden gegenseitig voneinander lernen. Weiterhin ist der enge, kontinuierliche Austausch mit den Professorinnen und Professoren im Rahmen der Projektbearbeitung gegeben.

Eine wöchentliche Austauschplattform zwischen den Teams ist etabliert und hat sich insbesondere bei Abstimmungen zwischen den parallel arbeitenden Teams Konstruktion, Kühlsystem und IT-Vernetzung bewährt. Dieses wöchentliche Treffen wird kontinuierlich genutzt, um die im Sprintmodus entwickelten "Minimum Viable Products" der einzelnen Teams vorzustellen und nächste Schritte miteinander abzustimmen. Die koordinierende Professorin bzw. der Professor ist dabei anwesend, weitere an der Lehre beteiligte Professorinnen und Professoren nehmen auf Wunsch oder bei Bedarf teil.

Am 2018 gestarteten Projekt beteiligen sich fakultätsübergreifend acht Professuren.
Im Rahmen der VDMA-Hochschulpreisverleihung „Bestes Maschinenhaus 2019“ erhielt das Konzept als eines von vier Konzepten eine Auszeichnung durch die Jury.
Seit dem Sommersemester 2018 läuft das erste zweijährig angelegte Projekt. Dieser Projektabschluss ist für das Frühjahr 2020 geplant.
Neue Projektaufgaben aus dem Bereich Industrie 4.0 werden unter Berücksichtigung relevanter Themen aus dem Unternehmensumfeld definiert und in gleicher Art und Weise in das Konzept integriert.

Der Erfolg des Vorhabens wird kontinuierlich bewertet durch:
  • Feedbackabfrage bei den Studierenden zur jeweiligen Lehrveranstaltung.
  • Bei Teilprojekten und Projektabschluss: Bewertung des Projekterfolgs durch zu Beginn festgelegte Kriterien unter Berücksichtigung von Lernerfolg für die Studierenden und Projektergebnis z.B. für Unternehmen.
  • Regelmäßige Feedbackabfrage insbesondere zur (interdisziplinären) Zusammenarbeit.


Das Feedback von Studierenden und Professoren wird in die fortwährende Anpassung des Lehrkonzepts integriert.
Weitere Informationen können gerne bei der Ansprechpartnerin angefragt werden.
Januar 2020

Hochschule/Organisation

Hochschule Kempten
Fakultät Maschinenbau, Fakultät Informatik, Fakultät Betriebswirtschaft

Bahnhofstr. 61
87435 Kempten

Ansprechpartner/in

Prof. Dr.-Ing. Regina Schreiber

 0173 2506851

 regina.schreiber@hs-kempten.de